Ernährung, Gesundheit

Die häufigsten Argumente gegen die vegane Hundeernährung und deren Entkräftigung

Vielleicht kennt ihr diese Situation. Ihr verbringt den Abend in einer Gruppe bisher unbekannter Menschen und schon seit einiger Zeit überlegt ihr, ob ihr euch wirklich outen solltet. Ist es wirklich sinnvoll, zu erwähnen, dass ihr euch dafür entschieden habt, komplett auf den Konsum tierischer Produkte zu verzichten? Die Reaktionen sind ja doch immer die selben. Harmlos sind noch die Leute, die ihre Bewunderung äußern, aber selbst wohl nie auf den Genuss von Käse verzichten könnten. Aber mal ehrlich: mindestens jeder zweite fühlt sich doch schon durch unsere bloße Anwesenheit persönlich angegriffen. Es hagelt dann Argumente gegen eine vegane Ernährung. Schließlich haben Pflanzen auch Gefühle, bei der Getreideernte sterben Grashüpfer und außerdem folgen wir sowieso nur einem Trend, weil es gerade in ist, sich den Tierschutz und die Rettung der Welt auf die Kappe zu schreiben. Man selbst kaufe ja nur das Fleisch von glücklichen Tieren und es wäre doch ungerecht, einem nun hier ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. Häufig ist ein sachliches Gespräch über Veganismus beim Menschen einfach nicht möglich.

Und nun gibt es auf dem Markt auch noch rein pflanzlich zusammengesetztes Futter für Hunde. Nicht nur als Produzenten von VEGDOG die das Futter mit Fachtierärzten entwickelt haben, auch als Hundehalter, die dieses mit gutem Gewissen verfüttern, werden wir nicht selten beschimpft und mit verschiedenen Argumenten gegen eine vegane Ernährung unserer Vierbeiner konfrontiert. Wie reagiert man darauf und wie entkräftet man die vielen haltlosen Vorurteile? Wir haben die häufigsten Kritikpunkte für euch aufgegriffen und näher beleuchtet.

Hunde vegan zu ernähren ist nicht artgerecht!

Wir fragen uns häufig, auf welche Art sich diese Gerechtigkeit denn bezieht? Auf den Wolf? Oder auf den „Wildhund“? Beide leben in freier Natur ohne Kontakt zum Menschen, tragen weder Halsband noch Geschirr, verrichten ihre Notdurft, wann immer sie wünschen, besuchen keinen Tierarzt, der Krankheiten heilt und so ihr Leben verlängert. Futter gibt es sowieso nicht täglich, das Mitfahren im Auto ist ihnen ein gänzlich unbekanntes Fortbewegungsmittel. Sie gehen nicht auf Ausstellungen, um ihre Schönheit zu präsentieren. Ihre Partner suchen sie sich selbst aus.

Hunde mit ihren Vorfahren auf eine Stufe zu stellen, ist für uns ein hinkender Vergleich, denn die Lebensweise unserer Vierbeiner hat nichts mehr mit der des Wolfs zu tun. Nach neuesten Erkenntnissen hat sich der Hund dem Menschen bereits vor ca. 100.000 Jahren angeschlossen. In dieser Zeit ist er zum Haustier geworden und hat mit seinem wilden Vorfahren nicht mehr viel gemein. Genauso ergeht es doch auch uns Menschen. Trotz dessen, dass wir vom Affen abstammen, hat sich unsere Lebens- samt Ernährungsweise enorm geändert. Und dennoch zweifeln wir nicht daran, dass das Leben, wie wir es heute führen, artgerecht ist. Wir haben uns schlicht und ergreifend weiter entwickelt.

Hunde stammen vom Wolf ab. Deshalb sind sie als Carnivore zu betrachten. Die Fütterung basierend auf der Gabe rohen Fleisches (Barf) ist die beste Möglichkeit, einen Hund gesund zu ernähren!

Schon seit vielen Jahren ist das Barfen eine mehr als beliebte Fütterungsmethode. Berufen wird sich auch hierbei auf die Abstammung vom Wolf, als dessen Hauptnahrungsbestanteil rohes Fleisch angesehen wird. Nicht bedacht wird häufig, dass Wölfe die ganzen Beutetiere samt Haut und Haar verschlingen. Auch innere Organe, Knochen und Knorpel werden aufgenommen und liefern viele Nährstoffe, die im bloßen Fleisch nicht enthalten sind. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass Wölfe ein viel geringere Lebenserwartung haben als unsere Hunde.

Um den kompletten Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen zu decken, müssen alle Bestandteile in einer bestimmten Zusammensetzung verfüttert werden. Die Supplementierung eines Mineralstoffpulvers in Verbindung mit einer Ernährungsberatung durch einen kompetenten Tierarzt ist in der Regel unumgänglich, um sich sicher sein zu können, dass der eigene Vierbeiner bedarfsgerecht ernährt wird. Leider ist das nach wie vor vielen Besitzern nicht bewusst, wie eine Studie von Natalie Dillitzer bereits bewiesen hat. Hierbei wurde herausgestellt, dass mit 60% ein großer Teil der überprüften Barf- Rationen über nicht minder schwere Mängel verfügt. Unserer Meinung nach macht nicht die Fütterungsform, sondern die bedarfsdeckende Zusammensetzung die Qualität einer Ration aus.

Die Aufnahme pflanzlicher, kohlenhydratreicher Nahrung ist ungesund und beim Hund nicht vorgesehen!

Im Laufe der Domestikation hat sich der Hund dem Menschen nicht nur in ethologischer Hinsicht angepasst. Auch die Verdauung musste sich zwangsläufig auf das vorhandene Nahrungsangebot einstellen. Da Fleisch ein Luxusgut war, landete es mehr als selten zur Resteverwertung im Futternapf. Seitdem 2013 die Studie eines (unabhängigen!) schwedischen Forschungsteams veröffentlicht wurde, wissen wir- der Hund hat sich genetisch weiterentwickelt und kann Kohlenhydrate in bei weitem größerer Menge verdauen, als der Wolf. Verantwortlich dafür ist eine bessere Enzymausstattung. Wir möchten aber auch anmerken, dass sich nicht jeder pflanzliche Futter-Bestandteil ausschließlich aus Kohlenhydraten zusammensetzt. Tofu, Linsen, Lupine und viele andere Eiweißlieferanten, die bei der veganen Fütterung verwendet werden, versorgen unsere Vierbeiner vor allem mit den wichtigen Proteinen in optimaler Aminosäurenzusammensetzung, um das Fleisch zu ersetzen.

Der Darm des Hundes ist viel zu kurz, um pflanzliche Nahrung verdauen zu können!

Der Darm unserer Haushunde ist tatsächlich kürzer, als der Darm verschiedener Tiere, die auf die vorrangige Verwertung von pflanzlichen Nahrungsbestandteilen ausgerichtet sind. Allerdings muss deutlich hervorgehoben werden, dass pflanzliche Komponenten veganer Rationen nicht im Rohzustand zur Verfügung gestellt werden. Wie auch bei herkömmlichem, fleischhaltigem Futter werden die Rohstoffe durch den Herstellungsprozess aufgeschlossen und können so auch vom Hund in ausreichendem Umfang verwertet werden. Selbstverständlich verwenden wir z.B. keine rohen Soja oder Lupinebohnen sondern sondern hochaufgeschlossenes, extrudiertes Soja- oder Lupinegranulat, was der Hund auch mit seinem kürzeren Darm sehr gut verwerten kann.

Durch eine rein pflanzliche Ernährung bekommt der Hund unmöglich alle Nährstoffe, die er braucht!

Der Hund braucht nicht das Fleisch an sich, sondern die Nährstoffe die darin enthalten sind. Nahezu alle Stoffe, die in tierischen Produkten enthalten sind, können durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden. Besonders häufig wird angeführt, Hunde bräuchten das tierische Protein, um überleben zu können. Durch aufwendige Analysen hat man herausgefunden, dass es pflanzliche Proteinlieferanten gibt, die eine ähnliche Aminosäurenzusammensetzung der des Fleisches besitzen. Da in der Wissenschaft momentan über die Notwendigkeit der Aufnahme von Taurin und Carnithin diskutiert wird, sollten diese Stoffe bei veganer Fütterung ergänzt werden. Bei Katzen z.B. ist die Ergänzung mit Taurin trotz fleischhaltiger Kost gängiger Alltag, was aber von niemandem in Frage gestellt wird.

Man sollte dem Hund seine eigene Lebensweise nicht aufzwingen, da er selbst unsere moralischen Ansichten nicht teilt. Einen Hund vegan zu ernähren ist Tierquälerei!

Darf der Hund seine Nahrung nicht selbst erjagen, so muss er in jedem Fall fressen, was in den Napf kommt. Jeder Besitzer hat unterschiedliche Ansichten darüber, welche Futterform für den jeweiligen Vierbeiner zumutbar ist. Somit wird jedem Hund mehr oder weniger die Nahrung aufgezwungen, die seinem Herrchen recht erscheint. Dabei besteht in unseren Augen in erster Linie die Verantwortung darin, dem Hund alle nötigen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine zu liefern, die er zur Gesunderhaltung benötigt. Wie bereits erwähnt, konnte durch Studien belegt werden, dass viele selbst zubereitete, fleischhaltige Rationen über einen Mangel und/oder eine Überversorgung mit verschiedenen Stoffen verfügen. Natürlich möchte niemand seinem Tier bewusst schaden. Sicher sind viele Barfportionen ausgewogen und werden gern gefressen. Allerdings sind wir der Meinung, dass es eher an Quälerei grenzt, seinen Hund nicht bedarfsdeckend zu ernähren, als ihn mit allem zu versorgen- aber eben auf pflanzlicher Basis.

Die vegane Lebensweise ist ein Trend. Durch den Verkauf veganer Futtermittel soll den Leuten nur das Geld aus der Tasche gezogen werden!

Vielleicht folgen wirklich einige Menschen einem Trend, indem sie sich und ihren Hund vegan ernähren. Ein Großteil allerdings protestiert dadurch gegen die unzumutbaren Bedingungen, unter denen Schwein und Co. im Rahmen der Massentierhaltung zu leiden haben. Zudem bestehen Bedenken darüber, ob dem Hundeorganismus Schaden durch die Verfütterung von Fleisch zugefügt werden könnte. Tierisches Protein steht schon lang im Verdacht, verschiedene Erkrankungen hervorzurufen. Menschen konfrontieren uns immer wieder damit, dass es ihren Vierbeinern nach jahrelanger Leidensgeschichte durch die Umstellung auf vegane Ernährung deutlich besser ging.

Da nicht jedermann die Kochtöpfe für seinen Liebling schwingen kann, ist es eine Erleichterung, auf ein hochwertiges Fertigfutters zurückgreifen zu können. Wir von VEGDOG können natürlich nur über unsere Beweggründe zur Produktion eines veganen Alleinfuttermittels für Hunde sprechen. Uns selbst hat ein Produkt auf dem Markt gefehlt, das unseren Anforderungen entspricht. Angebote, auch vegetarische Hundenahrung herzustellen, haben wir aus ethischen Aspekten abgelehnt, obwohl uns das wahrscheinlich einen bei weitem besseren Verdienst beschert hätte.

Wir können immer öfter feststellen, dass sich eine höhere Toleranz gegenüber der menschlichen veganen Lebensweise entwickelt. Bis das auch auf die Ernährung unserer Hunde zutrifft, wird einige Zeit ins Land gehen. Noch häufig werden wir gezwungen sein, uns zu rechtfertigen. Es wird uns immer wieder sprachlos machen, wie unreflektiert andere Menschen über uns urteilen. Aber wir müssen nur unsere Hunde anschauen, um uns zu vergewissern, dass wir den richtigen Weg gehen.

Euer VEGDOG-Team

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