Erkenntnisse einer Tierärztin zum Thema vegane Hundeernährung

Erkenntnisse einer Tierärztin zum Thema vegane Hundeernährung

Es ist kein einfacher Kampf mehr. Es herrscht Krieg! Immer wieder erreichen uns Beleidigungen, Beschimpfungen, ja sogar Drohungen. Die Rede ist aber nicht von politisch brisanten Themen wie der Griechenlandkrise oder der Flüchtlingswelle.
Lesedauer: 10min
Carla SteffenVon: Carla Steffen
Veronika HajekGeprüft: Veronika Hajek
Geändert: 18.02.2025
Veröffentlicht: 10.03.2016

Der Kampf um die richtige Fütterung

Es ist kein einfacher Kampf mehr. Es herrscht Krieg! Immer wieder erreichen uns Beleidigungen, Beschimpfungen, ja sogar Drohungen. Und das nicht bei politisch brisanten Themen, sondern bei der Frage: „Wie füttere ich meinen Hund?“ Diese Diskussion führt nicht nur zu Meinungsverschiedenheiten, sondern oft zu handfesten Streitereien.

Als Tierärztin mit Spezialisierung auf Ernährungsberatung erlebe ich täglich, wie emotional aufgeladen dieses Thema ist. Besonders seit ich mich für die Entwicklung von VEGDOG engagiere, merke ich: Der Hundehalter ist oft des Hundehalters größter Feind. Toleranz? Fehlanzeige.

Warum ich mich für eine vegane Hundeernährung entschieden habe

Ich liebe meine Hunde und möchte nur das Beste für sie. Sie bekommen viel Bewegung, soziale Kontakte, tierärztliche Versorgung und jede Menge Zuneigung. Doch eines hat sich geändert: ihre Ernährung. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, meine Hunde vegan zu füttern.

Diese Entscheidung war nicht leicht. Nach hochwertigen Trockenfuttern, selbstgekochten Mahlzeiten und schließlich Barfen entwickelte einer meiner Hunde Allergien. So begann mein Weg zur pflanzlichen Fütterung.

Vom Barfen zur veganen Fütterung – ein Umdenken

In Hundeforen wird oft das Barfen als einzig richtige Fütterungsweise dargestellt. Auch ich war einst überzeugt davon. Doch während meines Studiums und durch ein Praktikum im Schlachthof wurde mir die Realität der Fleischindustrie bewusst. Die hygienischen Bedingungen waren erschreckend, und der Gedanke, täglich Fleisch zu füttern, wurde für mich immer befremdlicher.

Ich begann, meinen Hunden vegane Mahlzeiten zu kochen – zunächst als Test. Die Reaktion meiner Hunde überraschte mich: Sie fraßen das neue Futter gerne, vertrugen es hervorragend, ihre Verdauung verbesserte sich und ihr Fell glänzte weiterhin. Für mich war klar: Es funktioniert!

Vorurteile und Anfeindungen gegenüber veganer Hundeernährung

Leider sehen das nicht alle so. Menschen, die ihre Hunde vegan ernähren, werden oft als Tierquäler beschimpft. Doch warum diese Feindseligkeit?

Ich habe nie einen Barfer gefragt, warum er sich nicht lebende Kaninchen für seinen Hund hält. Ich habe nie darauf hingewiesen, dass ein Hund kaum ein Schwein oder eine Kuh in freier Wildbahn erlegen würde. Trotzdem werde ich ständig für meine Entscheidung angegriffen.

Was bedeutet „artgerecht“ wirklich?

Der Begriff „artgerecht“ wird oft genutzt, um vegane Hundeernährung zu kritisieren. Doch können wir überhaupt eine artgerechte Haltung gewährleisten?

  • Der Vogel im Käfig, das Pferd in der Box, das Kaninchen im Stall – alle leben nicht so, wie sie es in der Natur tun würden.
  • Wölfe in freier Wildbahn werden selten älter als fünf Jahre, während unsere Hunde ein Vielfaches dieser Zeitspanne erreichen.
  • Ein Hund lebt seit 100.000 Jahren an unserer Seite – er ist kein Wolf mehr.

Statt über „artgerecht“ zu streiten, sollten wir uns fragen: Wie ermöglichen wir unseren Hunden ein glückliches und gesundes Leben?

Fazit: Ein Plädoyer für mehr Toleranz

Jeder Hundehalter möchte das Beste für sein Tier. Doch was dieses „Beste“ ist, muss individuell entschieden werden. Gesundheit, Lebensfreude und Wohlbefinden sind entscheidend.

Ich wünsche mir mehr Offenheit in der Hundehalter-Community. Wir haben genug Herausforderungen – anstatt uns gegenseitig zu bekämpfen, sollten wir uns unterstützen. Meine Hunde sind gesund und glücklich. Sie leben vegan. Und ich stehe hinter dieser Entscheidung.

Eurer VEGDOG-Team

Carla Steffen Carla Steffen

Meine Mission bei VEGDOG ist, bei der Entwicklung von Produkten mitzuwirken, die
sowohl unsere geliebten Hunde mit allem versorgen, was sie benötigen, als auch einen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz leisten.

Zurück zum Blog