Allgemein, Gesundheit

Vegane Ernährung bei Leishmaniose

Immer wieder wenden sich Hundebesitzer an uns, deren Vierbeiner an chronischen Erkrankungen leiden. Sie möchten wissen, ob unser Nassfutter zur Ernährung beim Vorhandensein verschiedener Krankheitsbilder geeignet sind.

Dabei häufig thematisiert: Die Leishmaniose.

Doch was ist das eigentlich genau und was muss man bei der Fütterung beachten? Kann sich eine vegane Ernährung positiv darauf auswirken?

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit. Die Erreger sind Protozoen, also Einzeller, die durch Sandmücken übertragen werden. Andere Übertragungsarten (Bluttransfusionen, Schmierinfektionen) sind überaus selten. Über eine lange Zeit kamen die Sandmücken ausschließlich südlich des 45. Breitengrades vor. Es infizierten sich also Hunde, die aus Ländern des Mittelmeerraumes stammen oder ihre Besitzer bei einem entsprechenden Urlaub begleiteten. In letzter Zeit wird das Auftreten der Sandmücken in Süddeutschland beobachtet. Leishmania- Infektionen könnten in Zukunft auch in diesen Gefilden auftreten.

SANDMÜCKE (© Frank Collins)

Die Übertragung der Erreger erfolgt während des Saugaktes der weiblichen Mücke. Die Leishmanien parasitieren anschließend intrazellulär, besonders in Makrophagen (Zellen des Immunsystems). Interessant ist, dass infizierte Hunde nicht zwangsläufig erkranken müssen. Das heißt, dass sie die Leishmanien zwar beherbergen, aber unter Umständen nie Symptome entwickeln. Ob und wann die Erkrankung ausbrechen wird, ist schwer vorauszusagen. Eine Korrelation zwischen der Höhe des Antikörpertiters (Anzahl der im Blut vorhandenen Antikörper, die vom Hundekörper gegen die Krankheitserreger gebildet wurden ) und der Wahrscheinlichkeit, dass Symptome auftreten werden, ist vorhanden.

Diese Symptome sind oft vorerst unspezifisch und treten schubweise auf. Dabei fallen unter anderem Fieber, Apathie, Abmagerung und ein lichtes Haarkleid auf. Je nach Verlauf werden schließlich unterschiedliche Manifestationsformen ersichtlich. Man unterscheidet die kutane (Haut: unter anderem Haarausfall an Nasenrücken, Ohrenspitzen, „Brillenbildung“ um die Augen), die mukokutane (Schleimhaut: Ulzera) und die viszerale (innere Organe: besonders Glomerulonephritiden → Entzündungsgeschehen an den Nieren ) Form. Alle können auch gemischt auftreten. Ohne Behandlung sterben bis zu 90% der Hunde, bei denen die Leishmaniose tatsächlich ausgebrochen ist.

Ulzeration und Pigmentverlust am Nasenspiegel und eitrige Konjunktivitis (© Uwe Gille /BY-SA 3.0/www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Starker Abmagerung bei viszerale Leishmaniose (© Dantas-Torres F. (2008))

Wie sieht die Therapie aus und was hat das alles mit der Ernährung zu tun?

Vorangestellt sei eine wichtige Information: Die Leishmaniose ist beim Hund NICHT heilbar. Durch den gezielten Einsatz verschiedener Medikamente ist es zwar möglich, die Symptome zu lindern, die Erreger bleiben aber mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Leben lang im Hundekörper. Der erneute Ausbruch der Erkrankung ist auch nach erfolgreichem Abklingen von Symptomen nicht unwahrscheinlich, was eine erneute Therapie nötig macht.

Ein üblicherweise eingesetztes Medikament ist „Allopurinol“, das unter anderem zur Therapie der Gicht beim Menschen angewendet wird. Es wird von den Leishmanien aufgenommen und hemmt schließlich deren Vermehrung. Allerdings erzielt es auch einen anderen Effekt unmittelbar im Hund an sich. Hier behindert den enzymatischen Abbau von Purinen zum Allantoin. Purine sind wichtige Bestandteile der DNS und RNS und können vom Hund selbst synthetisiert werden. Alle Purine, die zusätzlich durch die Nahrung in den Organismus gelangen und nicht für den Aufbau des Erbgutes benötigt werden, müssen abgebaut und durch die Nieren ausgeschieden werden. Wird der Abbau zum Allantoin durch das Leishmaniose- Medikament „Allopurinol“ gehemmt, so häuft sich vermehrt das Zwischenprodukt Xanthin an. Die Gefahr der Bildung von Harnsteinen („Xanthinsteine“) ist gegeben. Das ist der Grund dafür, dass Hunde, die mit Leishmanien infiziert sind und Allopurinol behandelt werden, purinarm ernährt werden sollten. Das gestaltet sich unter Umständen gar nicht so leicht, da nur wenige Futtermittelhersteller den Puringehalt ihrer Produkte deklarieren und die eigene Erstellung eines Rezeptes aufwändig ist und Fachwissen voraussetzt. Tierbesitzer sollten sich nicht scheuen, die Produzenten ihres Hundefutters direkt anzusprechen und den Puringehalt zu erfragen. Wird eine Auskunft vorenthalten, so ist es ratsam, das Produkt zu wechseln.

Purine kommen übrigens vermehrt in Zellkern- reichen Lebensmitteln vor. Darunter fallen unter anderem Fleisch (besonders Innereien und bindegewebige Kauartikel), aber auch Hülsenfrüchte. Eine vegetarische oder vegane Ernährung kann, je nach Zusammensetzung, eine überaus günstige Alternative zur Fleischration sein.

Die Purin- Gehalte unserer VEGDOG- Sorten lauten wie folgt:

 

ADULT No1: ca. 24,268mg/100g

SENIOR No1: ca. 19,715mg/100g

SENSIBELCHEN No1: ca. 11,775gm/100g

 

Zum Vergleich: Bei anderen, auf dem Markt erhältlichen Diätfuttermitteln speziell für Leishmaniose, liegt der Puringehalt bei 18 bis 25mg/100g.

Damit liegen unsere 3 Sorten VEGDOG im optimalen Bereich und können bei Leishmaniose gefüttert werden. Hier gehts zum Shop.

Es sollte zusätzlich beachtet werden, dass Hunde mit dieser Erkrankung besonders viel trinken sollten. Die Futterportionen mit Wasser zu verdünnen, kann sehr sinnvoll sein.

Die Leishmaniose ist kein Todesurteil. Ein Großteil der infizierten Hunde hat die Chance auf ein langes und glückliches Leben. Wir Halter stehen dabei in der Verantwortung, dieses zu fördern. Dazu gehören unter anderem die Reduzierung von Stress (denn dieser schwächt das Immunsystem) durch die Schaffung eines geregelten Alltags, viel viel Liebe und Zuwendung, regelmäßige Check- Ups beim Tierarzt, bei Bedarf die Gabe entsprechender Medikamente und natürlich auch eine bekömmliche und ausgewogene Nahrung.

Bei Fragen rund um diese Erkrankung könnt Ihr euch gerne an mich wenden unter tierarzt@vegdog.de.

Eure Lisa vom VEGDOG- Team

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