Vegan kochen für den Vierbeiner – wie kommt alles in den Napf?

Was landet da eigentlich im Futternapf? Wer es ganz genau wissen möchte, schwingt selbst den Kochlöffel. Wichtig ist, dass der Vierbeiner mit allen essentiellen Stoffen bedarfsdeckend versorgt wird. Deswegen sollte man sich im Vorfeld umfassende Gedanken über die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse des Hundes machen.

Ganz allgemein sollte eine Ration ungefähr folgendermaßen aufgebaut sein:

WICHTIGE ANMERKUNG: Bei veganen Rationen ist es nicht möglich, pauschale Aussagen über die nötigen Mengen der Zutaten in Korrelation zum Gewicht des Hundes zu treffen. Denn Lupinenmehl, Kichererbsen und Co. unterscheiden sich ganz erheblich in ihrer Zusammensetzung. Reichen von einer Komponente wenige Gramm, so kann von der anderen eine viel höhere Menge benötigt werden, um den Bedarf an verschiedensten Stoffen zu decken. Aus diesem Grund stellen wir regelmäßig genau angepasste Rezepte auf unserem Blog zur Verfügung. Diese werden mit einem speziellen Programm und abgestimmt auf das jeweilige Gewicht berechnet. Aber nun zu den einzelnen Zutaten.

Kohlenhydrate

Milchreis
Die Kohlenhydrate haben in den letzten Jahren zu Unrecht einen schlechten Ruf erlangt. Für unsere Hunde sind sie sehr gut verdaulich, solange sie im Vorfeld unter anderem durch das Kochen aufgeschlossen wurden. Um den Energiebedarf der Vierbeiner zu decken, bedarf es der Fütterung der aus Zuckermolekülen aufgebauten Lebensmittel. Diese können nämlich nicht vollständig durch Proteine oder andere Nährstoffe abgedeckt werden. Zudem verfügen die einzelnen Kohlenhydratvertreter über individuell unterschiedliche Gehalte an essentiellen Stoffen. So ist die Kartoffel bekannt für ihren hohen Kaliumgehalt, Haferflocken füllen die Magnesiumspeicher und Quinoa besticht als Gesundheitsbooster durch zahlreiche positive Eigenschaften. Aus diesem Grund dürfen die Kohlenhydrate zukünftig ohne ein schlechtes Gewissen in der Futterschüssel landen.

Proteine

Linsen

Was des einen Leid ist des anderen Segen. Im Gegensatz zu den Kohlenhydraten erfreuen sich die Proteine aktuell einer herausragenden Beliebtheit. Hohe Gehalte werden zu Werbe- und Marketingzwecken genutzt. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Proteine sind Makromoleküle, die sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammensetzen. Darunter sind zehn Aminosäuren für den Hund essentiell, das heißt sie können vom Körper nicht selbst synthetisiert werden. Sie müssen daher über die Nahrung zugeführt werden.

Proteine werden durch verschiedene Stoffwechselprozesse der Leber und Nieren abgebaut. Ein Zuviel kann diese Organe und damit den Körper also auch belasten. Kritisch wird es im Besonderen, wenn bereits Erkrankungen wie eine chronische Niereninsuffizienz oder Einschränkungen der Leberfunktion bestehen.

Deswegen zählt ganz klar: Klasse statt Masse! Das verfütterte Eiweiß sollte hochwertig und leicht verdaulich sein, sowie die für den Hund essentiellen Aminosäuren enthalten. Gekochte Hülsenfrüchte und Proteinpulver sind eine sehr gute Wahl.

Fette

Leinöl
Neben den Kohlenhydraten und den Proteinen benötigen Hunde hochwertige Fette. Diese liefern nicht nur Energie, sondern wirken sich auch positiv auf das Immunsystem und die Haut/das Fell aus. Als Faustregel gilt: Mindestens 0,5 g sollten pro Tag und Kilogramm zur Verfügung gestellt werden. Hanföl, Chiaöl, Leinöl, Nachtkerzenöl und andere weisen eine gute Zusammensetzung für den Hund auf. Olivenöl dagegen ist zwar für den Menschen überaus gesund, für Hunde aber nicht ideal. Wichtig zu wissen: EPA und DHA sind zwei Fettsäuren mit herausragenden Eigenschaften – sie kommen aber nur in Algen (und verschiedenen Fischen) vor. Da in veganen Rationen auf Lachsöl verzichtet wird, sollten Algenprodukte, wie Kapseln, Öle oder Pulver verwendet werden.

Fasern

Obst in Bioqualität
Wichtige Unterstützer der Verdauung sind Fasern/Ballaststoffe. Enthalten sind diese vor allem in Gemüse. Neben einem hohen Ballaststoffgehalt liefern sie auch verschiedene Vitamine und wirken in Kombination mit diversen Obstsorten als wahre Fitmacher. Generell gilt: Alle Sorten, die für den Menschen gekocht werden müssen, sollten auch für Hunde gekocht werden. Gemüse, das wir selbst roh verzehren, darf auch vom Hund roh verspeist werden. Je feiner Obst und Gemüse zerkleinert werden, desto besser stehen die verschiedenen Vitalstoffe zur Verfügung. Empfehlenswert ist es, regionale und saisonale Sorten in Bioqualität zu verwenden, da der ökologische Fußabdruck klein gehalten und der Organismus des Hundes weniger belastet wird.

Da Avocado, Zwiebeln, Knoblauch und Lauch mitunter (je nach Dosierung und Pflanzenteil) giftig sind, sollte von deren Fütterung abgesehen werden. Auf keinen Fall dürfen Weintrauben zur Verfügung gestellt werden!

Mineralstoffe

ALL-IN VELUXE
Da durch natürliche Zutaten nicht alle essentiellen Nährstoffe in ausreichender Menge geliefert werden, sollte mit einem Mineralstoffpulver ergänzt werden. Dafür haben wir das „ALL-IN VELUXE“ entwickelt. Die zu verabreichende Menge richtet sich nach den Rohstoffen, denen es beigegeben wird. Dafür stellen wir regelmäßig neue Rezepte zur Verfügung und bieten eine individuelle Rationsberechnung an. So erhält unser veganer Vierbeiner alles, was er braucht, um gesund durchs Leben zu toben.

Wir wünschen guten Appetit Euer VEGDOG-Team

8 Idee über “Vegan kochen für den Vierbeiner – wie kommt alles in den Napf?

    • Tessa Zaune sagt:

      Nur durch Hitze könne bestimmte Stoffe der Linsen aufgeschlossen und für den Hund verwertbar gemacht werden. Deswegen sollten diese gekocht werden. Über gekeimten Buchweizen liegen uns leider keine Analysedaten vor.

  1. Lisa sagt:

    Hallo,

    ich bin ein Hundeneuling und informiere mich grad über vegane Hundeernährung. Auf einer anderen Seite wird eine andere Nährstoffverteilung angeben, das verwirrt mich jetzt schon etwas. Da wird empfohlen, 40 % einer Proteinquelle, 30% Gemüse, 28% Kohlenhydrate und 2% Fette zu geben, dazu 125mg Salz je Kilo Hund. Der Gemüse/Kohlenhydrate Anteil ist ja schon stark verschieden? Nach was sollte man sich jetzt eher richten?

    LG Lisa

    • Tessa Zaune sagt:

      Hi Lisa,

      zu den anderen Angaben können wir leider nichts sagen. Unsere Angaben stammen von einer Tierärztin, die auf Tierernährung und auf die vegane Hundeernährung spezialisiert ist und somit ein definitives Fachwissen besitzt :-).

      LG vom VEGDOG-Team

  2. Rebecca sagt:

    Liebes VEGDOG-Team,

    ich muss derzeit mit meiner Hündin eine Ausschlussdiät machen.
    Sie hat entzündete Ohren und dadurch mittlerweile einen multiresistenten Keim im Ohr. 🙁
    Man geht davon aus, dass die Entzündungen von einen Futtermittelunverträglichkeit kommen.
    Von euch wird für eine Ausschlussdiät ja auch erstmal selbst kochen empfohlen.
    Da ich das Gefühl habe, dass Sie evtl. auf das tierische Protein reagiert würde ich gerne die vegane Variante ausprobieren.
    Ich selbst ernähre mich seit 2 Jahren vegan, würde auch mir zugute kommen kein Tier in meiner Küche verarbeiten zu müssen. 🙂

    Habt Ihr die Möglichkeit dazu mal einen Plan zu erstellen?
    Welche Kombination in welchem Verhältnis bei einer solchen Ausschlussdiät empfohlen wird?

    Vielen lieben Dank im Voraus für eure Rückmeldung 🙂

    • Tessa Zaune sagt:

      Liebe Rebecca,

      Du findest bei uns im Blog unter der Rubrik „Rezepte“ voll ausgewogene Rezepturen zum selbst kochen. Bei einer Auschlussdiät solltest Du auf sämtliche Zutaten verzichten, die Dein Hund bisher bekommen hat. Vielleicht ist das ja bei den Rezepten der Fall.

      • Rebecca sagt:

        Hallo Tessa,

        wie definiert man denn bisher?
        Meine Cocker-Dame ist 8 Jahre alt und ich habe sie mit 1,5 Jahren von einer Tierschutzorganisation adoptiert. Mit 2 Jahren hat man schon HD diagnostiziert, also muss ja in den ersten 1,5 Jahren bestimmt was grundsätzlich schief gelaufen sein.
        Keine Ahnung was sie in den ersten 1,5 Jahren zu sich genommen hat, denn bei mir frisst sie alle Sorten Gemüse, Obst und Fleisch. Sie hat in den letzten Jahren wirklich viel Obst und Gemüse zwischendurch bekommen. (Natürlich nur welches, was auch für den Hund verdaulich ist.)
        Wenn ich nun die Rezepte auf das reduziere was sie noch nicht bekommen hat, dann bekommt sie bei der Ausschlussdiät in den ersten 4 Wochen Pastinake und Linsen.
        Reicht das?
        Setze ich das ins Verhältnis 50 zu 50.

        Liebe Grüße und vielen Dank schon mal für die Antwort.

        • Tessa Zaune sagt:

          In Deinem Fall wäre es fast sinnvoll, eine Tierärztin für Diätetik hinzuzuziehen z.B. Lisa Walther von http://www.futterfreuden.diet.dog. Einfach Pastinake und Linsen 50/50 zu füttern, ist leider keine Lösung. Oder Du versuchst erstmal die grundsätzlichen Hauptallergene (z.B. die Proteinquelle) zu umgehen und kochst einfach mal ein entsprechendes Rezept für 4 Wochen. Das Hunde auf Obst und Gemüse reagieren ist eher selten. Andere Alternative wäre es, einfach mal z.B. unser Trockenfutter zu füttern und zu beobachten, ob eine Besserung eintritt. LG

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